Links: Yoga Asana - Rechts: Japanischer Bo (Langstock)

Das im Kampfkunstcentrum Naumburg gelehrte Kalaripayat ist eine alte Kriegskunst, die aus Kerala, „dem Land der Kokosnüsse“, in Südwestindien stammt und deren Wurzeln weit über 5000 Jahre zurückverfolgt werden können. Kalari (Kurzform für Kalaripayat) hat seit mehreren Jahrtausenden seine ganzheitliche Wirkung auf Körper, Geist und Gesundheit bewiesen und wird noch heute ganz traditionell gelehrt.

Kennengelernt habe ich Kalaripayat durch meinen Großmeister Kancho Geert J. Lemmens (Heide), dem Gründer des Kadgamala Marg und der Kalaripayat Academy Germany. Ich war sofort fasziniert von diesem ganzheitlichen System des körperlichen und geistigen Trainings sowie der Philosophie hinter dieser Kunst. Kancho Lemmens war es, der mich zum Ursprungsort nach Indien mitnahm und mir ermöglichte, bei Chirammal Mohammed Sherif, einem wahren Experten in Kalaripayat, Kalari Yoga und Kalari Chikitsa (Kalari Heilkunst), mein Studium in dieser Kriegskunst zu vertiefen. Im Kalari (so nennt man auch den Übungsort) in Indien wird zweimal täglich trainiert. Neben konditionell sehr anspruchsvollen Formen und waffenlosen Übungen stehen auch der Kampf mit Kurz- und Langstock, Schwertern sowie weiteren Holz- und Metallwaffen auf dem Programm. Die alten Meister des Kalaripayat, insbesondere mein Großmeister in Indien Gurukkal Sherif hüten ein fast verlorenes Wissen. Sie kennen Punkte, mit denen sie heilen und töten können. Das mir zugänglich gemachte Wissen - und auch das noch verborgene - hat mich absolut überzeugt und beeindruckt.

Kerala ist da, wo der Pfeffer wächst, und den wollten schon immer alle haben: Römer, Araber und Chinesen. Sie versuchten seit Jahrtausenden die Reichtümer des Landes zu erbeuten. Daher mussten sich die Keralesen von jeher verteidigen. Aus dem Yoga entwickelten sie ihre eigene Kampftechnik, das Kalaripayat. Yoga ist eine physio-psychische Methode, Krieger und Kämpfer auf ihre Aufgabe vorzubereiten. Es ist der Prototyp aller dieser Systeme. Die körperlichen, moralischen sowie ethischen Konzentrations- und Meditationsmethoden des Yogas beeinflussten alle südostasiatischen Kampfkünste, so auch das Kalaripayat. Yogaähnliche Übungen und Yogaphilosophie sind wesentliche Bestandteile des Kalari. Der Legende nach brachte der buddhistische Mönch Bodhidharma das Kalaripayat nach China an das Shaolin Kloster, wo sich aus den von ihm gelehrten Techniken das Shaolin Kung Fu entwickelte. Über Okinawa gelangte es nach Japan. Nach einigen Modifikationen entwickelte es sich im Laufe der Jahre zum Karate und wurde weltbekannt. Die Kunst, seine Gegner effektiv und schnell auszuschalten, forderte den Kalarikriegern enormes Wissen über den menschlichen Körper und tägliche Übung ab. Aus dem, was ursprünglich als Guerillakämpfe begann, entwickelte sich eine eigene Kriegerkaste: die Narjas. Sie waren jederzeit bereit, gegen Entlohnung ihr Leben zu lassen. Bei Streit zwischen zwei Clanchefs traten nur zwei Kalarikrieger gegeneinander an. Das sparte Menschenleben, Geld und Zeit. Zwar ist die Zeit der Narjaduelle vorbei, aber es wird auch heute noch trainiert, als ginge es um Leben und Tod.

Kalari ist mehr als nur eine Kriegskunst. Es war und ist eine Schule des Lebens mit einer eigenen Philosophie und einem Ehrenkodex, der nur mit dem der japanischen Samurai vergleichbar ist. Als Zeichen der Ehrerbietung berührt man Boden, Stirn und Herz, wenn man das Kalari betritt. Dann beginnt das Training mit Kalari Yoga, gefolgt von Kicks und Formen. Durch drehende Bewegungen wird der Fokus geschult und die Hüfte flexibler. Kalaritraining fördert die Beweglichkeit und ist sehr gesund. Es hilft, auch in Verbindung mit Kalari Behandlungen, die verschiedensten Erkrankungen, z.B. Rückenprobleme erfolgreich zu bekämpfen oder Schmerzen zu lindern. Kämpfer, z. B. Kickboxer, können durch die bessere Beweglichkeit ihre Beintechniken verbessern. Kalarikrieger verstehen sich nicht nur darin zu kämpfen, sondern auch zu heilen. Behandelt wird mit speziellem Kalariöl aus einer geheimen Kräutermischung. Durch die Hitze gelangen die Wirkstoffe in den Körper. Gleichzeitig werden die Giftstoffe heraus geschwitzt. Die benötigte Hitze kann man auf zwei Wegen erreichen: durch Training oder durch Kiri (Wärme von außen mit einem mit Kräutern gefüllten, in heißem Öl getränkzen, Stoffsäckchen).

Obwohl Kalaripayat eine Kriegskunst ist, hat die Philosophie hinter dieser Kunst einen gewaltlosen Charakter. Dabei kommt es auf die innere und äußere Haltung des Kämpfers an, denn man kann nicht ohne Haltung kämpfen. Die weiche Handhaltung mit offenen Händen signalisiert: ich will nicht kämpfen. Die harte Handhaltung, mit Fäusten, ist für den Angriff, falls notwendig. Kalari studiert man nicht des Kämpfens Willen, sondern um ein reiferer Mensch zu werden. Es ist eine göttliche Kunst. Und wenn man sie erlernt und versteht, kommt gewissermaßen ein Teil dieser Göttlichkeit zu einem selbst. Einem äußeren Gegner kann man immer ausweichen, aber es ist schwierig, dem Gegner in sich selbst zu entkommen. Im Kalari lernt man, den Gegner in sich selbst besser zu verstehen.

Während der britischen Kolonialzeit in Indien wurde Lord Wellington, der Oberbefehlshaber der britischen Streitkräfte, im Dschungel von einem Kalarikämpfer besiegt. Aus Furcht wurde deshalb das Kalaripayat von den britischen Kolonialherren bis 1930 verboten. Praktiziert wurde nur geheim in kleinen Dorfschulen. Das alte Wissen, welches im Kalaripayat verschlüsselt ist, schien schon fast verloren. Heute gibt es in Indien gemessen an der Vergangenheit nur noch wenige Kalari. Gurukkal Mohammed C. Sherif, der technische Direktor der KKA - Kerala Kalarippayat Academy und Kancho Geert J. Lemmens ist es zu verdanken, dass dieses alte Wissen nicht länger im Verborgenen bleibt. Gurukkal Sherif hat wesentlichen Anteil an der Öffnung des Kalaripayat für die westliche Welt und mein Großmeister Geert J. Lemmens hat diese faszinierende und mystische Kunst in Europa sowie über dessen Grenzen hinaus etabliert. Wer neugierig geworden ist und sich für Kalaripayat interessiert oder schon immer etwas mehr über diese Kunst erfahren wollte, ist herzlich in unser Kampfkunstcentrum eingeladen.

Sensei Karsten Kirsch

Kampfkunstcentrum Naumburg - Kadgamala KarateKadgamala Organisation e.V.KKC Naumburg

 

 

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Sie werden dafür fasziniert, die wohl älteste Kriegskunst der Welt zu erlernen. Bei uns stehen Ihnen die Tore zur mystischen Welt des Kalaripayat (Kalari), der Mutter aller Kampfkünste, offen! Diese Jahrtausende alte Kriegskunst aus dem Südwesten Indiens fördert nicht nur die Gesundheit, sondern hält Körper und Geist fit sowie in Harmonie miteinander! Sie ist auch für Kinder und Jugendliche geeignet!

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Kalaripayat ( kurz: Kalari ) - Die Kriegskunst aus Kerala in Südwestindien
Kalaripayat